Vom Burgstall zur Burgruine

Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung:
Der Neue Tag, Redaktion Grenz Warte, Oberviechtach und Bernhard Klier
weitere Abbildungen zitiert aus www.burgenwelt.de, sowie Bernhard Klier

Berichte des Neuen Tag über die Ausgrabungen von
Bernhard Klier, Schmied des Spundloch Haufens und Harald Schaller.
Um Licht in das Dunkel um das Geheimnis des Wildenstein zu bringen, begannen die beiden Hobbyarchäologen Bernhard Klier und Harald Schaller 1998 den nördlichen Bereich um den Hauptfelsen freizulegen. Die Funde-belegen, dass hier nur Wirtschaftsgebäude untergebracht waren. Die Grabungen sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Zurzeit liegt das Hauptaugenmerk bei der Sanierung des Turmes, damit der Erhalt auf Dauer gesichert ist. Derzeit wird der Turm saniert. Mit körperlicher Anstrengung haben die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gesellschaft für Archäologie in unzähligen Stunden interessante Entdeckungen zu Tage gebracht. Der Beginn der Besiedlung wird ab dem 12./13. Jahrhundert angenommen. Vor dem Hauptfelsen, der ursprünglich bebaut war, legten die beiden Männer einen Turm aus Granulit (Bruchstein) mit einer Höhe von 3,40 Meter und einer Mauerstärke von 1,60 Metern frei. Der direkt auf den Felsen gebaute Flankierungsturm (Wehrturm ohne Wohnfunktion) wird auf die zweite Hälfte des 14. bis erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. Rundhölzer zwischen den Steinen lassen auf eine Zwischendecke schließen. Schartlöcher und Rüstlöcher sind deutlich zu erkennen.
Der verschüttete Turm wurde ausgeräumt und von Bernhard Klier saniert. Schartlöcher und Rüstlöcher sind deutlich zu erkennen. Bei den Arbeiten wurde noch ein älteres Mauerwerk neben dem Turm gefunden. Nachdem der Turm freigelegt war, ging es um die Dokumentation der vier verschiedenen Schichten des Bodens. Bei Schicht eins handelt es sich um die normale Bodenentwicklung. Als nächstes kommt die Versturzschicht mit granulierten Bruchsteinen, Erdreich, Mörtel, Dachziegeltrümmern und verstürztem Mauerwerk. Die Zerstörungsschicht (3) weist deutliche Brandspuren an den Steinen auf; Holzkohleeinschlüsse, Glas von Burgfenstern und Keramikteile aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden hier gefunden. In die vierte Schicht wurde Lehm und Ton über den anstehenden Felsen eingeschwemmt.

Abbildung aus: http://www.burgenwelt.de (http://www.burgenwelt.de/wildstein/index.htm)

Neben Knochen wurde hier auch Keramik aus dem 14. und frühen 15. Jahrhundert entdeckt. Vor allem durch die Funde in der Versturz- und Zerstörungsschicht konnte das Ende der Burg eingegrenzt werden. Glasierte Keramikscherben spielen die Schlüsselrolle bei der Datierung. Sie sind erst ab dem Jahr 1450 in der Oberpfalz anzutreffen. Die beiden Hobbyarchäologen sind davon überzeugt, dass die Burg in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts belagert und in Brand gesetzt wurde. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Burg nicht von den Hussiten niedergebrannt wurde. Als Beweis, dass die Burg wahrscheinlich schon im 12./13. Jahrhundert besiedelt war, gelten Keramikfunde aus dieser Zeit. Zwei Archäologinnen aus Bamberg haben diese These untermauert. Enge Zusammenarbeit besteht unter anderem mit dem Amt für Denkmalpflege und dem Büro für Burgenforschung. Ein Teil von gefundenen Tierknochen (Kiefer und Zähne) werden derzeit im Rahmen einer Magisterarbeit an der Universität Tübingen auf Alter und Gesundheitszustand der Tiere untersucht. Der Wildenstein hält also noch Überraschungen bereit!

Abbildung aus: http://www.burgenwelt.de (http://www.burgenwelt.de/wildstein/index.htm)

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